Luke – Releaseinfo – CD-Album „In Less Than No Time“(2003)

Bei Luke geht es um Gitarren und große Gefühle. Es geht um Rock und es geht um Pop. Luke sind Helden der Herzen. Dann geht es noch um Alltag und um Gefühle konservieren, fixieren. Von verzerrten Gitarren gespielte Melodien, die dich festhalten lassen an gerade erlebten Dingen. Kopfskaten und Luftgitarre. Fixpunkte in Deiner generationalen Ordnung. Für immer. Hör auf die Stimmen!
Die Geschichte – Luke veröffentlichten im 1997 ihr Debüt auf Tumbleweed Records. Die Split-10″ mit PHS aus Siegen, im legendären Echtholz-Cover, wies damals schon die Art von Songs auf, die für Luke heute noch charakteristisch sind. Brachiale Gitarren und Popsongs mit Drive, Lässigkeit, Melancholie und Verspieltheit. 1998 erschien dann das erste Album von Luke . Mit „Warm“ machten Luke erstmals eine größere Öffentlichkeit auf sich aufmerksam. Das Album erhielt sehr gute Kritiken und Artikel in der einschlägigen Musikpresse und gehörte sicherlich zu den musikalisch besten Platten, die in jenem Jahr in Deutschland im Bereich Indierock veröffentlicht worden sind.

Nach dem darauf folgenden Ausstieg des zweiten Gitarristen entschloss man sich, erstmal in Triobesetzung weiter zu machen, was den Songs nun etwas mehr Raum ließ und das Bandgefüge insgesamt festigte. Im April 1999 enterten Luke die BluBox in Troisdorf, um zusammen mit Guido Lucas ihr zweites Album „From Now On“ aufzunehmen. Das Album erschien zur Popkomm 1999 , bei der Luke auf dem Hifi-Label-Network-Abend das Kölner Underground zum Beben brachten. Von der Presse wird das Album wieder durchweg sehr gut besprochen und angenommen. Die Vinylversion von „From Now On“ wird in Kooperation mit Blunoise Records (Troisdorf) seit Januar 2000 unters Volk gebracht.

Glücklich, daß man endlich auch beide Formate anbieten konnte, spielte die Band in der Folgezeit eine ganze Reihe von Auftritten und eine sehr erfolgreiche Tour im Mai/Juni 2001. Das Interesse an der Band steigt nochmal gewaltig, nachdem das erste, überaus niedliche Video zu „Feel like i do“ auf Viva II (R.I.P.) zu sehen ist, und 2Rock im Rahmen des Immergut-Festivals 2001 den Auftritt der Band featured. Seit Anfang 2001 übrigens wieder als Quartett, da mit dem Gitarristen Kai-Philipp , der zuvor als Soundmann die Band begleitete, endgültig die Idealbesetzung auf musikalischer und persönlicher Ebene gefunden wurde.

In Less Than No Time – Im Frühjahr 2003 veröffentlichten Luke dann ihr bisher letztes Album „In Less Than No Time“ und tourten im darauffolgenden Herbst ausgiebig durch Deutschland. Aufgenommen in den BluNoise Studios, mit Guido Lucas an den Reglern, ist „In Less Than No Time“ ein wuchtiger Block. Ein Statement. Selbstbewusstes Abfeiern. Dieses Album schreit „Rock!“ und wird Vergleichen mit diversen Oberliga-Clubs gerecht. Tief stapeln wäre hier schlicht gelogen. Endlich scheint auch das leidige Emo-Ding vom Tisch zu sein.

Clayton Farlow – Releaseinfo – CD-EP „Sunshine Loaded Head“ (2001)

Ganz objektiv betrachtet ist es so: Clayton Farlow sind eine Indie-Rock Band aus Köln und Bonn, deren Mitglieder bei den Popnauts, Soccer, Klee und der Berend Band spielten oder spielen. (…)

Fernab aller Objektivität würde ich alles mögliche tun, um euch zu zwingen, es ebenso großartig zu finden wie ich. Ich würde euch gerne zwingen, diese Musik so zu hören, als hättet ihr seit Jahren darauf gewartet. Aber wie soll das gehen, wenn ich mir schon gar nicht mehr vorstellen kann, wie es wohl ist, diese Musik unvoreingenommen zu hören. Wie sie sich wohl anhört, wenn man Clayton Farlow nicht verfolgt, seit man die erste EP von Freunden zugesteckt bekam, mit denen man seither mit fast religiösem Eifer zu den viel zu selten stattfindenden Konzerten pilgerte. Wenn man nicht schon so oft viel zu nah an der Bühne gestanden hat, um genauer zu sehen, wie David, Christoph und Patrick in der Musik aufgehen, die sie in etwa so beherrschen, wie sie sie lieben. Oder eben andersherum, auch egal. Jedenfalls sitze ich eben hier und höre Ms. Anonymous mit dem selben Staunen wie vor einigen Monaten, als zum ersten Mal die Rede davon war, dass nun endlich bald das Debut dieser wundervollen Band erscheinen würde. Aber wie könnte ich aufhören zu staunen, bei einem Lied, das verschwenderisch genug mit Melodien umgeht, um Stephen Malkmus zu beschämen und eine Schönheit im grantigen Klang findet, für die sich Graham Coxon ganz schön Mühe geben muss. Und wie muss das erst sein, Crossroads zum ersten Mal zu hören und sich zu fragen, wie eine Gitarre und eine Stimme eine so stadienfüllende Atemlosigkeit erzeugen können?

Ach, verdammt, seht her, was diese Band aus mir macht: Einen dieser unangenehmen Typen, die Platten mit auf Deine Party bringen, um sie dann viel zu laut laufen lassen und zu allem Überfluss auch noch ständig zu irgendwelchen besten Stellen vor und zurück spulen. Aber was soll ich tun? Es ist mir völlig unmöglich, objektiv zu begründen, warum Clayton Farlow interessant oder wichtig sind. Sie sind mir ganz persönlich wichtig, weil ich sie ohne Übertreibung für eine der besten Bands überhaupt halte und weil sie mich träumen lassen, es könne auch hier Städte wie Olympia, Athens, Seattle oder San Francisco geben, in denen diese Art von Musik mit schöner Selbstverständlichkeit aus allen erdenklichen Proberäumen kommt. Für mich persönlich sind sie interessant, weil mich Lieder wie In The Real Life auf eine Weise berühren, die selten geworden ist, seit ich durch das Schreiben über Musik öfter genötigt bin, Wörter für Gefühle zu suchen. Ich persönlich kann ihnen nicht widerstehen, weil ich in jedem Ton alles, was zwischen Wedding Present und Neutral Milk Hotel gut und richtig ist zu hören glaube.

Und, nein, ich kann euch nicht zwingen, die selbe Begeisterung zu empfinden wie ich. Aber unabhängig von aller Schwärmerei bin ich sicher, dass hier für jeden eine eigene Begeisterung wartet wenn man die  EP mal an die einzig richtige Stelle räumt: Ganz oben auf den Stapel mit den Gitarren-Alben. Dahin, wo die Platten liegen, auf die man seit Jahren wartet oder die einem von Freunden mit leuchtenden Augen empfohlen wurden.

Jan Niklas Jansen (2001)